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Henrik Bortels, MBA - Mein Thema: Medien in der Konvergenz von analog und digital.
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Die Verleger kapieren nicht, dass sie in dieser neuen Ökonomie auf dem wahren Kapital sitzen, nämlich den Kundenlisten und dem Wissen über die Präferenzen der Kunden.

Der Journalist Hannes Grassegger hat mit “Das Kapital bin ich. Schluss mit der Digitalen Leibeigenschaft" einen fulminanten Essay publiziert, in dem er das Leben in der digitalen Welt und das Schicksal der persönlichen Daten analysiert. Er kommt zur Schlussfolgerung: Daten sind der wichtigste Rohstoff des 21. Jahrhunderts, und es wird Zeit, dass sich der Einzelne seine Daten von den grossen Unternehmen wie Google und Facebook zurückholt. Im Gespräch mit persoenlich.com erklärt Grassegger seine Überlegungen und sagt, wie die Medienhäuser von der Situation profitieren könnten.

Journalisten haben ein Stück weit verpasst, den gesellschaftlichen Wandel auf ihre eigene Situation zu beziehen. Und nun bekommen sie sozusagen die Quittung dafür gereicht.

Der Kölner Presseforscher Andreas Vogel sieht die Ursache für das Zeitungssterben nicht im digitalen Wandel. Für ihn ist der verpasste mentale Wandel in den Redaktionen das eigentliche Problem.

Bei vielen Tageszeitung gelte noch immer das Prinzip “Jeder wird schon irgendwas finden, was er lesen will”. Das treffe bei einem Vier-Personen-Haushalt problemlos zu. Anders bei der wachsenden Zahl der Singles: “Wer dreimal das Gefühl hat, nur ein Viertel der Zeitung ist für ihn interessant, kauft sie beim vierten Mal nicht mehr”, sagt Vogel. Journalisten und Verleger müssten sich viel genauere Gedanken über ihre Zielgruppen machen.

engadget:

Facebook phone = fail, Facebook on phone = $$$

Gute Zusammenfassung der jüngsten Zahlen von Facebook.

Wenn nur 8 Prozent überhaupt für digitale redaktionelle Inhalte bezahlen wollen, dann müssten vor allem in den Redaktionen die Alarmglocken läuten. Wird wirklich so wenig exklusiver spannender Content produziert?

Und dann ist da noch die finanzielle Hürde: Für ein monatliches Abo lohnt es sich nur zu zahlen, wenn es auch inhaltlich ständig rappelt. Weil die absoluten Knallermeldungen aber leider nicht täglich digital verfügbar sind, sollten gute Storys mit Micropayment bezahlbar sein.

murketing:

Back to work.

Meine Antwort auf die Frage: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

murketing:

Back to work.

Meine Antwort auf die Frage: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

41 Prozent aller kaufentscheidungsrelevanten Informationen stammen mittlerweile aus digitalen Medien. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie “German Digitalization Consumer Report 2014” der Universität Münster und Roland Berger Strategy Consultants.

Das schreit quasi nach Plattformen wie Simply Local. Die Plattform übernimmt in der digitalen Welt die Aufgaben, die früher eine Tageszeitung wahrgenommen hat: Die Vermittlung von Händlern und Kunden:

simply local bietet Usern weit mehr als ein Vergleichsportal für Online-Shops. simply local ist der lokale Marktplatz im Internet. Eine neue Einkaufswelt, in der die Grenzen zwischen online und offline fließend sind. In der simply local den lokalen Marktplatz online abbildet und den Konsumenten zeigt, wo sie noch heute ihr Wunschprodukt in einem Laden in ihrer Nähe kaufen können. Versandkosten und Wartezeit entfallen und die fachkundige Beratung gibt es gratis dazu. Ist das gewünschte Produkt nicht in der Nähe verfügbar, liefert simply local Informationen, welcher Online-Shop das Produkt im Sortiment hat.

wolfliving:

*My word, that’s impressively bleak.  At last: cranky Internet conservatives exalting the good-old-days.

Sehr schön: Das Internet früher und heute… Zu dumm nur, dass Werbebanner immer noch so tun, als würden sie 1995 ausgeliefert.

(via futurescope)

Ich fasse zusammen: Zu viele blinkende Banner lenken ab, neutrale und gleichwertige Überschriften langweilen… Damit ist ein Newsportal mit Werbung à la Google AdWords und Überschriften à la Heftig.co quasi ideal aufgestellt.

fastcodesign:

image

If you ever wanted to get more serious about photography, but weren’t quite sure where to start, MIT's free online course in photojournalism just might be the right entry point.

Read More>

Schöne Sache: Ein kostenfreier Onlinekurs des MIT zu Fotojournalismus.

Verschwunden, aber nicht ganz weg: Hiddenfromgoogle.com listet die Links zu den Seiten, die Google entfernen musste.

Wenn sich Zeitungsverleger treffen, dann setzen sie offenbar gern mal eine rosa Brille auf. Oder sie lassen sich Honig um den Mund schmieren, was optisch leider nicht so schön rüberkommt. Auf jeden Fall kam es David Boardman von der Temple University School of Media and Communication spanisch vor, als auf dem Wold Newspaper Congress in Turin (Italien) die Präsidentin der Newspaper Association of America, Caroline Little, über die aktuelle Situation der Zeitungen in den USA referierte:

Little’s PowerPoint show was a work of art. With her palette of selective statistics, context-less trend statements and stock photos of smiling, young news consumers, she painted an uplifting masterpiece worthy of the Italian master Botticelli. His cherubic angels were Little’s news-hungry Millennials; his dancing nymphs were her nimble publishers.

Dieses Kunstwerk nimmt der Medien-Professor dann Stück für Stück auseinander. Er legt jeweils die Aussage der NAA neben sein Wissen. Das liest sich so:

What she said: “Total revenue for the multiplatform U.S. newspaper media business amounted to $37.59 billion in 2013.” What she didn’t say: It was a billion dollars more than that in 2012, $2 billion more in 2011, and $12 billion more in 2006. In other words, it’s dropped by a third in seven years and continues to fall with no end in sight.

Aber Caroline Little hat offenbar auch erwähnt, dass Zeitungen nach neuen Erlösen suchen müssen, vor allem in der digitalen Welt. Nur muss diese Suche möglichst rasch zu greifbaren Ergebnissen führen.

Das geht nur, wenn alte Arbeits- und Denkweisen radikal reformiert werden. Dafür sollten die Verantwortlichen mal mit Bus oder Bahn fahren. Dort lässt sich einfach an der Zahl der aufgeschlagenen Zeitungen, der Smartphones und eBooks erkennen, wohin die Reise geht.

Wie dringend ein Wandel in der Produktion und Verbreitung von redaktionellen Inhalten ist, könnten die Verantwortlichen täglich in den öffentlichen Verkehrsmitteln ablesen. Zwischen dutzenden eBooks und Smartphones wirkt eine aufgeschlagene Zeitung bereits wie ein Fremdkörper.

Foto: stevendamron (bei flickr)

Wenn man als globales Unternehmen schlappe 18.000 Mitarbeiter entlassen muss, dann sollte man das möglichst direkt kommunizieren. Doch die Mail, mit der Microsoft seinen Mitarbeitern den harten Schnitt verkündet, liest sich zunächst über viele viele Absätze wie ein Strategiepapier.

Microsoft’s strategy is focused on productivity and our desire to help people “do more.” As the Microsoft Devices Group, our role is to light up this strategy for people. We are the team creating the hardware that showcases the finest of Microsoft’s digital work and digital life experiences, and we will be the confluence of the best of Microsoft’s applications, operating systems and cloud services.

Soweit der erste Absatz. Und bereits die Anrede “Hello there" ist, gemessen am Anlass der Mail, nicht wirklich politically correct. Ein trauriges Stück Unternehmensgeschichte, ein wirklich gutes Beispiel für wirklich schlechte Unternehmenskommunikation.