#griffecke, die

Henrik Bortels, MBA - Mein Thema: Medien in der Konvergenz von analog und digital.
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Ein schönes Stück von Digiday über die verzweifelten Versuche der Publisher, mehr Bekanntheit und Nutzer zu erreichen. Die sieben Todsünden: Brüste, Stolz, Völlerei, Neid, Trägheit, Gier und Zorn.

Mal ehrlich: Wer hat gewusst was Sideboobs sind? Bitte melden.

Kommt mir vor wie zwei Digital-Experten in einem Verlagshaus…

Es sieht so aus, als müssten sich Journalisten langsam etwas einfallen lassen: “Millennials trust their friends more than professional media.”

Jetzt wird’s spannend: Thomas Knüwer nimmt Springer-Chef Mathias Döpfners Argumentationskette auseinander. Der hatte in einem offenen Brief an Googles Eric Schmidt ausführlich erklärt “Warum wir Google fürchten”. Doch wie hält es eigentlich Das Medienhaus Springer mit der Kennzeichnung von Native Ads? Und wie viele Cookies prasseln auf den Nutzer von Bild.de und Welt.de ein?

Komplett absurd wird es, wenn Sie fordern, Google möge all seine Algorithmus-Änderungen offenlegen. Wollen wir das mal umdrehen, Herr Döpfner? Dann müsste Axel Springer seine das Listenprivileg betreffenden Datenbewegungen offenlegen. Seine Werbe-Dienstleistungstöchter müssten ihre Targeting-Details präsentieren. Und Journalisten auf Nachfrage ihre Rechercheunterlagen. […] Google verrät jedenfalls mehr über seinen Algorithmus als Axel Springer über seine Geschäftsgeheimnisse.

Thomas Knüwer schließt seinen offenen Brief an Mathias Döpfner mit den Worten: während Google in seiner Konstruktion darauf bedacht sein muss, sich Nutzerwünschen zu beugen, ist das bei Axel Springer nicht der Fall. Während Google massive Gelder in die Bekämpfung von Krankheiten, die Infrastrukturförderung armer Regionen oder den technischen Fortschritt insgesamt steckt, beschränkt sich Axel Springer auf Wohltätigkeitinitiativen, die steuerlich absetzbar und als TV-Show vermarktbar sind.”

not only must journalism remain at the heart of our corporate identity, but technological competence should also become an integral component of the company’s activities and its journalistic work. Commercial staff and IT experts have to work together on product ideas and optimisations.

Dr. Tilmann Knoll, head of management development bei Axel Springer, Berlin.



Gedruckte Kleinanzeigen müssen keine Bleiwüste sein. Richtig gute Werbung für Corona Küchen in Bogotá, gestaltet von Felipe Salazar (Kreativdirektor bei Sancho BBDO).

Es ist das Problem von Henne und Ei. So lange digitale Nachrichtenprojekte stiefmütterlich behandelt und bezahlt werden, können sie nicht wirklich groß und stark werden. Sie haben schlicht kaum Geld, um große Autoren bezahlen zu können. Dieses Geld steckt derzeit noch in den traditionellen Medienhäusern.

Dort können unterschiedliche Inhalte gesammelt und als “Produkt” verkauft werden: sei es als TV-Programm, Zeitschrift oder Zeitung. Digitale Projekte hingegen zielen mit ihren speziellen Inhalten immer noch auf ein mehr oder weniger großes Nischenpublikum.

What is clear, however, is that the news operation “for everyone” that supports the revenue expectations of a large publishing business is no longer realistic. If it ever was.

you have to be lean, mean and clean to succeed in this business
Die Digitalisierung macht auch vor dem Druckgeschäft nicht Halt. Das weiß Roy Kingston (55), COO von Wyndeham, einem der größten britischen Druckhäuser.

Grundsätzlich stimme ich der Kritik am Preisverfall von Onlinewerbung zu. Doch gibt es einfach viel zu viele Möglichkeiten, Banner zu platzieren. Also sinkt der Preis. Das ist einfache Marktwirtschaft.

Wer ein exklusives Umfeld schafft, der kann auch den Preis diktieren. Und wenn dann 100.000 Leser zusammenkommen und sich für den Inhalt interessieren, dann stimmt auch der Preis. Leider kommt das noch viel zu selten vor.

Zeitungen schaffen bei Facebook und Twitter etwas, das ihren gedruckten Ausgaben immer seltener gelingt. Die Leserzahlen steigen. Das ergibt eine Auswertung von Fink & Partner und Socialbakers. Hier der Link.

Zu dumm nur, dass Facebook gerade jetzt die kostenfreie Reichweite von Firmenseiten zurückfährt. Und diese Rechnung scheint sogar zumindest für Facebook aufzugehen. WPP will 2014 im Auftrag seiner Kunden bis zu 800 Millionen USD für Werbung bei Facebook ausgeben – mehr als doppelt so viel wie noch vor zwei Jahren (FAZ).

Eine Präsenz bei Facebook wird es nicht richten, wie auch die Abbildung bei Google News kein Allheilmittel sein kann. Für die Zeitungen ist im Internet wieder stärkere Markenbildung angesagt.

…fragt das Medienmagazin journalist - und liefert die Antwort gleich mit…

Micropayment sei längst gescheitert, sagen Verlagsmanager. Dass der Einzelverkauf statt eines starren Abos, das aus der Papier- in die Digitalwelt überführt werden soll, dem Leseverhalten junger Menschen, die mal hier vorbeikommen, mal dort einen empfohlenen Artikel lesen, vielleicht stärker entgegenkommen könnte, bestreiten zwar nur wenige. Spricht man mit Medienmanagern und ihren Beratern, wird jedoch schnell klar, dass sie eher an andere Leserschichten denken, wenn sie über Bezahlmodelle im Netz nachdenken: an ihre Stammleser. Zu denen zählt, vorsichtig formuliert, der Lesernachwuchs meist nicht unbedingt.

Doch dann gewährt der Text noch einen ordentlichen Blick in Zukunft. Laterpay kommt gut dabei weg, Freemium ist ok, Bezahlschranke und Paywall sind eher so lala. Interessant ist die Idee eines iTunes für Verlagsinhalte. Ich glaube jedoch kaum, dass sich die unterschiedlichen Häuser jemals alle zusammenraufen werden.

Kann es sein, dass es dem Lokaljournalismus doch nicht so gut geht, wie das ängstliche Rufen im dunklen Wald suggerieren soll? Christian Jakubetz hat bei den Beispielen Center TV, Westdeutsche Zeitung und Heddesheim-Blog durchweg Probleme bei der Finanzierung entdeckt.

Kann es also sein, dass wir es nicht (nur) mit einer Zeitungskrise zu tun haben, sondern mit einem handfesten Problem des Lokalen? Dass man zwar weiterhin an jeder Uni, an jeder Journalistenschule und in jedem Volontariat zu hören bekommt, wie wahnsinnig wichtig dieses Lokale sei, gleichzeitig aber zunehmend seine ökonomische Basis zunehmend verschwindet?

Mehr Service, größere Personenbezogenheit, bessere Kennzahlen: drei Dinge, die bei neuen Medien-Projekten in den USA auffallend anders laufen als bei uns.

Christian Fahrenbach ist 2014 Fellow im Tow-Knight Entrepreneurial Journalism-Programm an der CUNY Graduate School for Journalism.

Wann sind Nachrichtenseiten eigentlich erfolgreich? Mit möglichst vielen Seitenaufrufen können sie zwar viel Werbung ausliefern, was sie vielleicht finanziell erfolgreich macht. Doch sind hohe PI-Zahlen wirklich nachhaltig? Damit beschäftigt sich Netzökonom Holger Schmidt.

Für Nachrichtensites sind Leser nicht gleich Leser. Auch die Verweildauer und die Zahl der Stammleser sind wichtige Kriterien für den Erfolg der Medien im Netz.

Sein Ergebnis ist ernüchternd: Bild.de führt in fast allen Disziplinen: Die Nutzer kommen freiwillig, sie bleiben lange und klicken viel. Das ist nicht selbstverständlich. Manch ein Titel lockt die Nutzer über reißerische Aufmacher bei Facebook auf die eigenen Seiten, wo die Nutzer jedoch nicht lange bleiben, geschweige denn irgendwann wiederkommen.

"Hit and run" nenne ich dieses Verhalten, das zwar zu ordentlichen Visits führt, nicht aber durch vergleichbar attraktive Zahlen bei den Unique Usern untermauert wird. Fehlt noch die Klickstrecke mit viel nackter Haut, um wenigstens das Verhältnis von PIs zu Visits aufzupolieren.

Nachhaltige Nutzerzahlen jedoch entstehen nur durch Inhalte, auf die sich ein Nutzer verlassen kann. Wenn ein Titel sein Image pflegt und bei “seinen” Inhalten bleibt, auch wenn es mal eine Durststrecke gibt. Dann kommen die Nutzer wieder und tanzen wie Motten ums Licht, weil sie die Inhalte kennen.

Im Idealfall sind das dann sogar noch Inhalte, die für viele Nutzer wirklich wichtig sind: “need to have”. Leider können die meisten Regionalzeitungen im Internet nur inhaltliche Schonkost anbieten, “nice to have”, die nur für eine sehr begrenzte Zielgruppe interessant ist. Zahlende Kunden lassen sich damit in der Regel nicht finden.