#griffecke, die

Henrik Bortels, MBA - Mein Thema: Medien in der Konvergenz von analog und digital.
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Absolut lesenswert! Juliane Wiedemeier hat den Kern getroffen: Die Inhalte müssen den gegenwärtigen Lesern schmecken. Doch dafür wird immer weniger Personal bereitgestellt. Außerdem zwingt das Format “Zeitungsseite” zu inhaltlichen Misshandlungen:

Wer sich schon immer mal gefragt hat, ob man eigentlich aus 35 Zeilen Polizeimeldung über ein entlaufendes Pferd einen 70-Zeilen-Aufmacher machen kann, wenn es sein muss: Ja, das geht. Das ist zwar für Leser wie Redakteure eine schlimme Tortur, aber weiße Seiten müssen dann nicht in den Druck gehen.

Großer Vorteil des digitalen Publizierens: Es wird so viel Platz genutzt, wie er benötigt wird: Kleine Story, kurz geschrieben. Nichts passiert, nichts geschrieben.

Spannende Case Study.

Online Marketing ist auch in Deutschland immer noch ein enormer Wachstumsmarkt - das zeigen nicht nur die Rekordzahlen der jüngsten dmexco. Doch der Weg dahin verlief nicht immer linear. In der rund 15-jährigen Geschichte der Branche wurden legendäre Fehlentscheidungen getroffen und sind viele Unternehmen gescheitert - sei es aus schlechtem Timing oder Ungeduld der Investoren. Wir haben einen Blick zurück geworfen und versucht, fünf der größten Fehler und verpassten Chancen der Branche zusammenzustellen.

Ich habe Tränen gelacht… vor allem über die Geschichte mit Gruner+Jahr und das Ticket für die DLD Konferenz.

Interessanter Gedanke

Eine erfolgreiche „Digital Transformation“ bedeutet, dass die Meinungsbildungs-, Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse im Unternehmen grundlegend verändert werden.
Zwischen den Menschen, die Unternehmen leiten und denen, die den Weg in die digitale Zukunft bereiten sollen, tut sich ein Abgrund auf, schreibt Uwe Schuricht, Gründer und Chef der Personalberatungsfirma Change Group, in einem Gastbeitrag für MEEDIA. Schuricht glaubt: Arbeitgeber, die sich dem Kulturwandel nicht öffnen, gewinnen keine digitalen Talente.

The Dataminr software, which was developed in conjunction with Twitter, searches the 500 million or so daily postings to Twitter, Mr. Bailey said. It then culls the information to just a few urgent alerts a days, on average. “What makes Dataminr so effective is how infrequently it alerts you without having you miss anything important,” he said.

Moody’s holds to its “negative” outlook for the newspaper and magazine industry in its latest report. The silver lining is that the survivors will come out stronger.

Nach der aktuellen Prognose von Moody’s Investors Service wird die Wachstumsrate bei den Erlösen aus Digitalabos rasch abflachen. Außerdem gebe es wenige Anzeichen, dass die Branche genügend Erlöse von Digitalabos und Digitalwerbung erzielen kann, um die Rückgänge im Print-Bereich zu kompensieren.

Hat daran jemals irgendjemand gezweifelt? Um überleben zu können, muss das Geschäftsmodell von Zeitungsverlagen Medienhäusern ganz anders aufgestellt werden: Schlauchboote statt Tanker.

Zunächst die gute Nachricht: Es geht aufwärts. Die Umsätze der weltweiten Zeitungsbranche werden wieder wachsen - global allerdings nur um 0,1 Prozent. Und so schmal wird es erstmal weitergehen - mindestens bis 2018. Das besagt der aktuelle „Global Entertainment and Media Outlook Report“ des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCooper (PwC).

Jetzt wären 0,1 Prozent Wachstum für die gebeutelte Zeitungsindustrie in Europa Deutschland ja gar nicht so schlecht. Schließlich geht es seit Jahren nur abwärts. Doch werden diese 0,1 Prozent Wachstum weltweit vor allem durch Zeitungen in China ausgelöst. Dort soll das Wachstum 8,3 Prozent betragen, in Indien immer noch 7,5 Prozent. Für den Raum Asien-Pazifik ergibt das insgesamt eine jährliche Wachstumsrate von 3,4 Prozent.

Abwärts geht es allerdings weiter in Nordamerika (-4,2%) und auch für Deutschland, Frankreich und Großbritannien erwartet PwC auf jeden Fall bis 2018 weitere Rückgänge. Die Zeitungsverlage würden es nicht schaffen, die Umsatzverluste aus dem Print-Geschäft durch digitale Angebote aufzufangen, heißt es. Und das Wachstum aus digitalen Werbeerlösen würde sich auch noch verlangsamen:

In 2013, publishers’ annual digital advertising revenue growth reduced to 11.7% – a far cry from the 17.7% growth of 2012. Publishers must work harder to realise new digital revenue returns, embracing new advertising technologies, promoting better usage measurement, and exploring controversial content marketing and payment schemes.

Vielleicht gibt es ja eine nach oben offene Ratlosigkeitsskala der Verlage

Der Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins Impulse, Nikolaus Förster, wundert sich über horrende Barprämien, die Zeitungen für neue Abonnenten versprechen. So bietet die Süddeutsche derzeit 380 Euro für jeden neuen Dauerleser. Gute Idee. Förster will sich als langjähriger SZ-Abonnent nach seiner Treueprämie erkundigen.

Was mir auf jeden Fall unerklärlich ist – wie man glauben kann, auch künftig noch ein Geschäftsmodell zu haben, wenn man seine eigene Ware verramscht und zugleich mitansieht, wie der zweite wichtige Erlöszweig, nämlich Anzeigen, Jahr für Jahr zusammenschrumpft.

Es werden Mitarbeiter entlassen »> Die Qualität einer Zeitung sinkt »> Der Abopreis steigt »> Die Zahl der regelmäßigen Leser sinkt »> Die Werbeerlöse gehen zurück »> Es werden Mitarbeiter entlassen »>

Auf diese Weise wird sich eine Medienmarke nicht im Markt behaupten können. Nur radikale Innovationen können dem Nachrichtengeschäft in einer digitalen Welt noch helfen. Ein ePaper gehört sicher nicht dazu.

Gefragt sind “News for the Minecraft generation”, an denen zum bEISPIEL Gannett in den USA experimentiert.

Because virtual reality uses animation to depict real-life scenes, creators can choose what parts of a complicated story to represent and whose field of vision the viewer sees and empathizes with. For example, Long says an immersive re-creation of the Ferguson, Missouri unrest could portray the violence from the point of view of a protester, or create a virtual reality where “you’re a riot cop, and you’re surrounded by people who are screaming at you.”

Aber auch diese Welt muss wirklich professionell aufgebaut sein, damit sie von jungen Lesern bevölkert wird. Artikel in einem Sport-Haus und auf einer Wirtschaftswiese sind der falsche Weg. Es muss vielmehr eine Geschichte erzählt werden. Das jedoch ist extrem aufwändig.

Die Zahlungsbereitschaft und -fähigkeit der jungen Generation jedoch ist sehr eingeschränkt. Selbst Micropayment benötigt einen Anschluss an das elterliche Konto. Ich kann mir deshalb kaum vorstellen, dass sich ein “Newscraft” allein über Gebühren oder den Verkauf von Inhalten finanzieren lässt. Vielmehr ist das die große Chance für in-game und native advertising.

Steile These…

Wer ist dieser alte Zausel mit einer Zeitung (Springfield Shopper) in der Hand? Es ist Grandpa von den Simpsons aus Springfield. Verewigt als LEGO-Figur erobert dieser Wirrkopf (“Old Man Yells At Cloud”) jetzt millionenfach die Kinderzimmer in aller Welt.

Nur noch der alte Opa liest eine Zeitung, möchte man meinen. Weit gefehlt…

Bei LEGO Minifigur 71005 handelt es sich vielmehr um einen ausgefeilten Marketing-Plan der Zeitungsorgansisationen. Mit unterschwelliger Werbung im Kinderzimmer sollen junge Leser gewonnen und dem digitalen Wettbewerb die Weltherrschaft entrissen werden. Jetzt ist es raus…