#griffecke, die

Henrik Bortels, MBA - Mein Thema: Medien in der Konvergenz von analog und digital.
Recent Tweets @
Posts I Like
Who I Follow

Was bedeutet die digitale Revolution für unser Zusammenleben? Für Wirtschaft, Politik, Arbeit und Bildung? In seinem Buch “Digitale Renaissance” beschreibt Martin Burckhardt, was sich ändert und wie wir mit diesen Veränderungen umgehen können. VOCER präsentiert daraus exklusiv Burckhardts zehn Thesen zur digitalen Zukunft. Das Buch erscheint am 19. Mai 2014.

Die deutsche Medienwirtschaft hat zwar weniger Umsatz gemacht, aber eigentlich nicht viel weniger Gewinn. Gerettet hat die Verlage ein massiver Stellenabbau, so eine Studie der Universität Jena. Deren Fazit: Die Verlage sind rentabel. Studien-Autor Wolfgang Seufert analysierte anhand der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung von 1991 bis 2011 die Bilanzen der Medienwirtschaft.

Datenjournalismus und Hintergrundinformationen der New York Times, aufbereitet in Blog-Manier. Zeitlos schön und gerade deshalb immer auch einen Abdruck auf Papier wert: Upshot. Darüber hinaus gibt es in den USA zwei weitere Projekte für Erklär- und Datenjournalismus: vox.com und FiveThirtyEight. Jedes Portal für sich ist schön und gut und überhaupt… Doch fragt sich Gigaom:

how many competing explanatory or data-focused journalism sites does the market really need? Can all of these different sites — including the Washington Post‘s rebuilt Wonkblog and Bloomberg’s QuickTake — find an audience, or are they symptoms of a wonk bubble? And what happens when that bubble pops? Explanatory journalism may be the secret to success for one site, but it likely won’t be for half a dozen or more.

Die Konvergenz von analog nach digital betrifft letztlich jedes Zeitungshaus. Nur sind einige Verlage bereits weiter als andere. The Media Briefing hat die aktuellen Zahlen vom Trinity Mirror, von den Mail-Titeln, der New York Times und des Guardian analysiert. Erstens, weil sie sich trauen die analogen und digitalen Geschäftszahlen getrennt auszuweisen. Und zweitens weil sie im Nachrichtengeschäft drei unterschiedliche Ansätze einer Digitalisierungsstrategie vertreten:

  • New York Times: Freemium Paywall und Digitalabo
  • Guardian & Daily Mail: Banner und andere Werbung
  • Trinity Mirror: keine Paywall, global mit regionalem Content

Das Fazit ist relativ ernüchternd:

Working out a successful, sustainable digital future is high on the list of priorities for all of these publishers. Whether through free-to-access content and a mass audience approach, or putting their content behind a paywall, all of these media businesses are fully aware their future needs to be much, much more digital.

Entweder fast alle Tageszeitungen machen etwas falsch - denn es geht mit fast allen Titeln seit Jahren stetig bergab. Oder das Produkt “Tageszeitung” ist in seiner gegenwärtigen Form vielfach nicht mehr gefragt. Und diese Nachfrage scheint regional unterschiedlich zu sein. Warum sonst geht es im Osten Deutschland relativ steil abwärts während die Auflage im Süden der Republik nahezu stagniert?

fastcompany:

A tech war has raged in China, and a winner seems ready to emerge. It’s Tencent—a controversial, $139 billion company with nearly a billion users, which functions like Facebook, Amazon, Twitter, and Uber all rolled into one. Now it’s gunning for global expansion. Read More>

Der Schlagabtausch zwischen Googles Eric Schmidt und Springers Mathias Döpfner in Form von offenen ganzseitigen Briefen in der F.A.Z. ist lesenswert. Noch viel spannender jedoch ist die Interpretation von Jeff Jarvis, der sich vor allem Döpfners Argumentation vorgenommen hat:

The essence of that business model, as practiced especially by German and sometimes French legacy publishers, is to stomp their feet like pouty kindergartners missing a turn at kickball, whining “that’s not fair” and yelling that everything wrong on this playground is the fault of another kid, then running to hide behind the skirt of the teacher.

Die Rolle der Kindergärtnerin übernimmt in diesem Fall die Europäische Kommission, die den großen bösen Google schimpfen und in die Ecke stellen soll.  So schreibt Mathias Döpfner am 16. April:

Wir haben Angst vor Google. Ich muss das einmal so klar und ehrlich sagen, denn es traut sich kaum einer meiner Kollegen, dies öffentlich zu tun. Und als Größter unter den Kleinen müssen wir vielleicht auch in dieser Debatte als Erste Klartext reden.

Jeff Javis hingegen nimmt sich Mathias Döpfner vor, den er persönlich kennt.

I don’t think Döpfner believes most of what he wrote, just as Springer and its fellow travelers really didn’t believe in their Leistungschutzrecht. I heard publishers there say that they pushed for the law just so they could strengthen their negotiating position with Google. Too bad for them it didn’t work. So now Döpfner continues to play, thinking that by bullying Google in the press and with government, he can get a pity turn at kickball. But he should beware the unintended consequences of his game, affecting the reputation of Germany as a source of technological and industrial innovation and inviting greater government regulation and interference in markets.

I am surprised you fear Google, Mathias. I thought you were stronger than that.

fastcompany:

Space elevators, teleportation, hoverboards, and driverless cars: The top-secret Google X innovation lab opens up about what it does—and how it thinks. Read more>

Ein schönes Stück von Digiday über die verzweifelten Versuche der Publisher, mehr Bekanntheit und Nutzer zu erreichen. Die sieben Todsünden: Brüste, Stolz, Völlerei, Neid, Trägheit, Gier und Zorn.

Mal ehrlich: Wer hat gewusst was Sideboobs sind? Bitte melden.

Kommt mir vor wie zwei Digital-Experten in einem Verlagshaus…

Es sieht so aus, als müssten sich Journalisten langsam etwas einfallen lassen: “Millennials trust their friends more than professional media.”

Jetzt wird’s spannend: Thomas Knüwer nimmt Springer-Chef Mathias Döpfners Argumentationskette auseinander. Der hatte in einem offenen Brief an Googles Eric Schmidt ausführlich erklärt “Warum wir Google fürchten”. Doch wie hält es eigentlich Das Medienhaus Springer mit der Kennzeichnung von Native Ads? Und wie viele Cookies prasseln auf den Nutzer von Bild.de und Welt.de ein?

Komplett absurd wird es, wenn Sie fordern, Google möge all seine Algorithmus-Änderungen offenlegen. Wollen wir das mal umdrehen, Herr Döpfner? Dann müsste Axel Springer seine das Listenprivileg betreffenden Datenbewegungen offenlegen. Seine Werbe-Dienstleistungstöchter müssten ihre Targeting-Details präsentieren. Und Journalisten auf Nachfrage ihre Rechercheunterlagen. […] Google verrät jedenfalls mehr über seinen Algorithmus als Axel Springer über seine Geschäftsgeheimnisse.

Thomas Knüwer schließt seinen offenen Brief an Mathias Döpfner mit den Worten: während Google in seiner Konstruktion darauf bedacht sein muss, sich Nutzerwünschen zu beugen, ist das bei Axel Springer nicht der Fall. Während Google massive Gelder in die Bekämpfung von Krankheiten, die Infrastrukturförderung armer Regionen oder den technischen Fortschritt insgesamt steckt, beschränkt sich Axel Springer auf Wohltätigkeitinitiativen, die steuerlich absetzbar und als TV-Show vermarktbar sind.”

not only must journalism remain at the heart of our corporate identity, but technological competence should also become an integral component of the company’s activities and its journalistic work. Commercial staff and IT experts have to work together on product ideas and optimisations.

Dr. Tilmann Knoll, head of management development bei Axel Springer, Berlin.