#griffecke, die

Henrik Bortels, MBA - Mein Thema: Medien in der Konvergenz von analog und digital.
Recent Tweets @hbortels
Posts I Like
Who I Follow
murketing:

Back to work.

Meine Antwort auf die Frage: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

murketing:

Back to work.

Meine Antwort auf die Frage: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

41 Prozent aller kaufentscheidungsrelevanten Informationen stammen mittlerweile aus digitalen Medien. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie “German Digitalization Consumer Report 2014” der Universität Münster und Roland Berger Strategy Consultants.

Das schreit quasi nach Plattformen wie Simply Local. Die Plattform übernimmt in der digitalen Welt die Aufgaben, die früher eine Tageszeitung wahrgenommen hat: Die Vermittlung von Händlern und Kunden:

simply local bietet Usern weit mehr als ein Vergleichsportal für Online-Shops. simply local ist der lokale Marktplatz im Internet. Eine neue Einkaufswelt, in der die Grenzen zwischen online und offline fließend sind. In der simply local den lokalen Marktplatz online abbildet und den Konsumenten zeigt, wo sie noch heute ihr Wunschprodukt in einem Laden in ihrer Nähe kaufen können. Versandkosten und Wartezeit entfallen und die fachkundige Beratung gibt es gratis dazu. Ist das gewünschte Produkt nicht in der Nähe verfügbar, liefert simply local Informationen, welcher Online-Shop das Produkt im Sortiment hat.

wolfliving:

*My word, that’s impressively bleak.  At last: cranky Internet conservatives exalting the good-old-days.

Sehr schön: Das Internet früher und heute… Zu dumm nur, dass Werbebanner immer noch so tun, als würden sie 1995 ausgeliefert.

(via futurescope)

Ich fasse zusammen: Zu viele blinkende Banner lenken ab, neutrale und gleichwertige Überschriften langweilen… Damit ist ein Newsportal mit Werbung à la Google AdWords und Überschriften à la Heftig.co quasi ideal aufgestellt.

fastcodesign:

image

If you ever wanted to get more serious about photography, but weren’t quite sure where to start, MIT's free online course in photojournalism just might be the right entry point.

Read More>

Schöne Sache: Ein kostenfreier Onlinekurs des MIT zu Fotojournalismus.

Verschwunden, aber nicht ganz weg: Hiddenfromgoogle.com listet die Links zu den Seiten, die Google entfernen musste.

Wenn sich Zeitungsverleger treffen, dann setzen sie offenbar gern mal eine rosa Brille auf. Oder sie lassen sich Honig um den Mund schmieren, was optisch leider nicht so schön rüberkommt. Auf jeden Fall kam es David Boardman von der Temple University School of Media and Communication spanisch vor, als auf dem Wold Newspaper Congress in Turin (Italien) die Präsidentin der Newspaper Association of America, Caroline Little, über die aktuelle Situation der Zeitungen in den USA referierte:

Little’s PowerPoint show was a work of art. With her palette of selective statistics, context-less trend statements and stock photos of smiling, young news consumers, she painted an uplifting masterpiece worthy of the Italian master Botticelli. His cherubic angels were Little’s news-hungry Millennials; his dancing nymphs were her nimble publishers.

Dieses Kunstwerk nimmt der Medien-Professor dann Stück für Stück auseinander. Er legt jeweils die Aussage der NAA neben sein Wissen. Das liest sich so:

What she said: “Total revenue for the multiplatform U.S. newspaper media business amounted to $37.59 billion in 2013.” What she didn’t say: It was a billion dollars more than that in 2012, $2 billion more in 2011, and $12 billion more in 2006. In other words, it’s dropped by a third in seven years and continues to fall with no end in sight.

Aber Caroline Little hat offenbar auch erwähnt, dass Zeitungen nach neuen Erlösen suchen müssen, vor allem in der digitalen Welt. Nur muss diese Suche möglichst rasch zu greifbaren Ergebnissen führen.

Das geht nur, wenn alte Arbeits- und Denkweisen radikal reformiert werden. Dafür sollten die Verantwortlichen mal mit Bus oder Bahn fahren. Dort lässt sich einfach an der Zahl der aufgeschlagenen Zeitungen, der Smartphones und eBooks erkennen, wohin die Reise geht.

Wie dringend ein Wandel in der Produktion und Verbreitung von redaktionellen Inhalten ist, könnten die Verantwortlichen täglich in den öffentlichen Verkehrsmitteln ablesen. Zwischen dutzenden eBooks und Smartphones wirkt eine aufgeschlagene Zeitung bereits wie ein Fremdkörper.

Foto: stevendamron (bei flickr)

Wenn man als globales Unternehmen schlappe 18.000 Mitarbeiter entlassen muss, dann sollte man das möglichst direkt kommunizieren. Doch die Mail, mit der Microsoft seinen Mitarbeitern den harten Schnitt verkündet, liest sich zunächst über viele viele Absätze wie ein Strategiepapier.

Microsoft’s strategy is focused on productivity and our desire to help people “do more.” As the Microsoft Devices Group, our role is to light up this strategy for people. We are the team creating the hardware that showcases the finest of Microsoft’s digital work and digital life experiences, and we will be the confluence of the best of Microsoft’s applications, operating systems and cloud services.

Soweit der erste Absatz. Und bereits die Anrede “Hello there" ist, gemessen am Anlass der Mail, nicht wirklich politically correct. Ein trauriges Stück Unternehmensgeschichte, ein wirklich gutes Beispiel für wirklich schlechte Unternehmenskommunikation.

Es erscheint immer deutlicher, dass ihr aus Angst vor dem Tod der gedruckten Zeitung bewusst Selbstmord betreibt.

Der Schweizer Journalist Roger Schawinski ist verwirrt angesichts der Praxis von Tageszeitungen, ihre aktuellen Meldungen digital und nur selten kostenplifichtig anzubieten, obwohl sie am Folgetag zusätzlich auf Papier gedruckt werden - das Roger Schawinski als Abo bezahlen soll.

Ich fühlte mich irgendwie beleidigt, weil man meine jahrzehntelange Gewohnheit und meine Trägheit offenbar schamlos ausnützen will.

Eine sinnvolle Digitalstrategie haben Tageszeitungen überall auf der Welt noch nicht gefunden. Zu sehr behindert sie dabei die gewohnte Prozesskette für die Herstellung einer gedruckten Zeitung. Doch wenn der Digitalableger völlig freischwimmt, dann rechnet sich das Projekt angesichts zu hoher Personalkosten meistens auch nicht richtig.

Andere kaufen mit Unsummen Internetfirmen, die sie vor Jahren für kleines Geld selbst hätten gründen müssen. Aber nein, man wartete so lange zu, bis der Schmerz des Nichtbesitzens so unendlich gross war, dass man bereit war, jeden Betrag hinzulegen, um nicht auch den allerletzten Zug zu verpassen.

Es stellt sich die Frage, ob mit redaktionellen Inhalten in der digitalen Welt überhaupt ordentlich Geld verdient werden kann. Für ein kostenpflichtiges Abo müssen ständig neue exklusive Inhalte fließen, die von einer großen Leserschar konsumiert werden. Das mag mit einigen internationalen Titeln möglich sein, doch habe ich bei deutschsprachigen Titeln arge Zweifel.

Die Zielgruppe ist vielfach einfach zu gering. Wenn dann noch eine Lokalausgabe einer regionalen Tageszeitung über ein exklusives Ereignis digital berichtet, dann betrifft das in der Regel so wenig Menschen, dass selbst alle zahlenden Nutzer kaum einen Redakteur dauerhaft finanzieren können.

Setzt wieder auf Qualität, dann wird es vielleicht was mit dem Überleben.

Die schweizer Autorin Sibylle Berg wäscht der Buchbranche den Kopf. Ihte These: “Die Zukunft, vor der wir gewarnt wurden, ist da, die Buchbranche woanders.” Sie solle vielmehr mutig sein:

Begrüßt die neue Zeit mit einer Rose im Mund, redet mit Computercracks, hechelt nicht hinterher, sondern geht voraus. Bevormundet eure Autoren nicht und haltet sie nicht für Idioten, wenngleich viele das auch sein mögen.

Die analoge Musikindustrie hat es vorgemacht, die analoge Buchindustrie macht es nach, die analoge Nachrichtenindustrie - andere nennen es Zeitungen - macht es kein Stück besser. Kopf in den Sand stecken, das verursacht nur Innovationsstau. Und man sieht seine Wettbewerber nicht mehr. Und irgendwann erstickt man.

Ein Apell für die Verweilsdauer als neue Einheit zur Messung des Erfolgs in der digitalen Welt.